| Sihanoukville | Battambang |
| Kampot | Kompong Cham |
| Kompong Chhnang | Tonle Sap |
| Ratanakiri und Mondulkiri | Kratie |
| Anlong Veng | Bergtempel Prasat Preah Vihear |
Sihanoukville
Sihanoukville, auch bekannt unter dem Namen Kompong Som, befindet sich 230km südwestlich von Phnom Penh am Golf von Thailand. Auf drei Seiten komplett vom Wasser umgeben, bietet die Stadt ideale Voraussetzungen für einen tropischen Badeaufenthalt mit Sonne, Sand und Palmen. Insgesamt sieben verschiedene Strände laden zum Sonnenbaden, Schwimmen, Schnorcheln, Lesen oder einfach Faulenzen ein. Barbesitzer und Strandverkäufer sorgen für das leibliche Wohl.
Unweit von Sihanoukville befindet sich inmitten eines tropischen Urwaldes der Kbal-Chhay-Wasserfall. Er stellt für die einheimische Bevölkerung ein beliebtes Ausflugsziel, erfreut sich aber auch unter ausländischen Touristen zunehmender Beliebtheit.
Darüberhinaus bietet sich Sihanoukville auch als ideale Basis für Tagesfahrten zu den benachbarten Inseln, für Tauchexkursionen oder Hochseeangeltouren. Der nahegelegene Ream-Nationalpark kann mittels kombinierter Boots- und Trekking-tour unter sachkundiger Leitung eines Nationalparkmitarbeiters besichtigt werden. Makaken, Malaysische Sonnenbären, Delfine und unzählige exotische Vogelarten sind hier beheimatet.
Es besteht auch die Möglichkeit Mopeds oder Quads auszuleihen und damit die Umgebung auf eigene Art und Weise zu erkunden.
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Battambang
Einst ein wichtiger Durchgangsort für Bahnreisende zwischen Thailand und Phnom Penh, scheinen heutzutage die Uhren in Battambang auf den ersten Blick etwas ruhiger zu laufen. Battambang kann, ähnlich wie Phnom Penh und Kampot, auf einen reichen Bestand an französischer Kolonialarchitektur blicken. Die feinsten Exemplare dieser Epoche befinden sich entlang der Uferpromenade unweit des städtischen Marktes. In den frühen Abendstunden füllen sich die direkt am Fluss liegende Plätze und Wege mit den typischen Essständen und auf den Grünanlagen treffen sich Einheimische für gemeinsame Aerobic-Übungen. Ein Anblick, den man so bestimmt nicht in Kambodscha erwartet hätte.
Eine weitere ganz spezielle Sonderstellung innerhalb des Landes nimmt Battambang auf Grund seiner Bambusbahn ein. Aus der Not geboren (reguläre Bahnver-bindungen verkehren seit Jahrzehnten nicht mehr), entwickelten ein paar pfiffige Köpfe ein mobiles Transportmittel, welches auf den Schienen fährt und die sonst unerreichbaren Dörfer mit der Außenwelt verbindet. Dieses von den Einheimischen kurz „norry“ genannte Gefährt, setzt sich eigentlich nur aus zwei Achsen alter Panzerräder, einem Bettuntergestell und einem alten Dieselmotor zusammen. Der Auf- und Abbau kostet geübtem Personal keine drei Minuten. Mit bis zu 15 Personen, drei Tonnen Reis, zwei ausgewachsenen Rindern oder was sonst noch von einem Dorf zum nächsten transportiert werden muss, rollt die Bahn mit gemäch-lichem Tempo durch die weiten Reisefelder „Kornkammer“ Kambodschas. Sollten sich einmal zwei entgegenkommende „norrys“ auf der eingleisigen Strecke begeg-nen, regelt ein ungeschriebenes Gesetz die Vorfahrt. Die Bahn mit der kleineren Anzahl an Fahrgästen oder der geringeren Last hat Platz zu schaffen, wobei der siegreiche Fahrer gern beim Auf- und Abbau behilflich ist.
Kampot
Nur knapp 2 Stunden von Sihanoukville entfernt liegt Kampot, das zu Kolonialzeiten sehr beliebte Feriendomizil. Vom einstigen Ruhm zeugt heute nur noch die Architektur des malerisch an einem Fluss gelegenen Ortes. Es ist ruhiger und entspannter als in anderen Teilen des Landes und sämtliche Aktivitäten stellen die Natur in den Vordergrund. Die Gästehäuser vermieten Flusskajaks, es werden romantische Bootsfahrten während des Sonnenuntergangs angeboten und die weit über der Stadt thronende Bokor Hill Station im gleichnamigen Nationalpark lädt zu organisierten Trekkingtouren und Tierbeobachtungen ein.
Provinz Kompong Cham
„Kompong“ = Dorf oder Hafen und „Cham“ = Name der muslimischen Minderheit, ist heute immer noch, oder besser ausgedrückt, wieder, die Heimat eines Großteils der muslimischen Bevölkerung, die immerhin knapp 6 Prozent (oder 900.000 Männer, Frauen und Kinder) an der Gesamtbevölkerung ausmacht. Das friedliche Zusammenleben beider Religionsgruppen sorgt dafür, dass Moscheen neben Pagoden stehen und Frauen mit traditionellen Schleiern, Essens- und Geldspenden an buddhistische Mönche verteilen.
Kompong Cham, eine der bevölkerungsreichsten Provinzen des Landes, gilt zudem als die „Reiskammer Kambodschas“. Weite Flächen dieses Landstriches sind von endlos scheinenden Reisfeldern überzogen. Reis, das ist hier nicht einfach nur ein Grundnahrungsmittel, nein, vielmehr wird es als Geldersatz gesehen. Der Wohlstand einer Familie misst sich nicht am Bargeldbestand, sondern an der eingelagerten Menge an zentnerschweren Reissäcken.
Für die meisten ausländischen Reisenden wird Kompong Cham, genau wie das angrenzende Kompong Thom, nur als Transitgebiet auf dem Weg von Phnom Penh nach Siem Reap wahrgenommen. Zwar hat sich Skun, von lustigen Leuten wegen seiner als Delikatessen angebotenen frittierten Höhlenspinnen, „Spiderville“ getauft, mittlerweile zu einer beliebten Raststätte entwickelt, doch lohnt die Provinz zwischen Mekong und Tonle Sap einen genaueren Blick. Authentisches Dorfleben fernab der großen Städte, das bedeutet hier: hoffnungslos überladene Ochsenkarren, Wasserbüffel bei der Feldbewirtschaftung, Bananen-, Mango- und Ananasplantagen in Hülle und Fülle, Cashewnussbauern, welche bereitwillig zur Verkostung einladen und Kinder, die mit leuchtenden Augen und voller Stolz ihr selbstgebautes Spielzeug über die unasphaltierten Straßen treiben.
Kompong Chhnang
Nur knapp eine Autostunde von Phnom Penh entfernt, und dennoch hat man das Gefühl, in eine völlig andere Welt eingedrungen zu sein. Kompong Chhnang, am Südufer des mächtigen Tonle Saps gelegen, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Das Leben hier verläuft in deutlich ruhigeren Bahnen als in der nahegelegen Hauptstadt. Fliegende Händler nutzen Ochsenkarren und Fahrräder ersetzen Mopeds; auf Verkehrsschilder und Ampeln kann man ohnehin verzichten. Werden Sie Zeuge, wenn zweimal täglich der gesamte Verkehr auf der Nationalstraße 5 angehalten wird. Der Grund: das Abspielen der Nationalhymne jeweils um 7 und 17 Uhr. (Noch) gibt es keine westlichen Restaurants, gegessen wird auf der Straße oder in den kleinen Garküchen um den Markt herum. Speisekarten sucht man dementsprechend vergebens – ein Blick in die Kochtöpfe oder in die Schaukästen verrät Ihnen, was zur Auswahl steht.
Interessanter Weise findet man hier einen originalgetreuen Nachbau des Unabhängigkeitsdenkmals von Phnom Penh. Einziger Unterschied: es ist ein Stück kleiner und darf im Gegensatz zum Original betreten werden.
Kompong Chhnang, das ist aber auch die Heimat der Töpfermeister. In der Umgebung der Stadt liegen zahlreiche Dörfer, die sich fast ausschließlich auf die Herstellung von Tonerzeugnissen jeglicher Art spezialisiert haben. Zu den Produkten gehören überwiegend Küchenutensilien wie Töpfe, Schüsseln, Krüge und Backformen, aber seit neuestem auch Sparschweine und Windspiele. Ein sicheres Zeichen, dass der Tourismus auch hier auf dem Vormarsch ist.
Bekannt ist die Stadt aber auch für seine schwimmenden Siedlungen. Hunderte von Familien, hauptsächlich vietnamesischer Abstammung, haben sich hier angesiedelt. Bei einer Bootsfahrt mit traditionellen Ruderbooten durch die engen Kanäle erschließen sich faszinierende Einblicke in das Leben mit und auf dem Wasser.
Tonle Sap
Der Tonle Sap spielt eine enorm wichtige Rolle im Leben der Kambodschaner und ist nicht zu unrecht das Rückgrat der Gesellschaft. Seine Größe macht ihn zum flächenmäßig größten Binnengewässer Südostasiens und allein sein Reichtum an Fisch sorgt quasi für die Versorgung des halben Landes. Doch noch viel beeindruckender neben diesen Fakten ist ein einmaliges Phänomen. Der Tonle Sap ist wohl der einzige See auf der Welt, der seine Fließrichtung wechselt. Fließt er während der Trockenzeit von West nach Ost, so ist es in der Regenzeit von Mai bis Oktober genau entgegengesetzt. Während dieser Zeit vergrößert der See aufgrund des steigenden Wasserspiegels seine Fläche um das bis zu 6fache. Die maximale Tiefe wächst von knapp 2 m auf bis zu 12 m.
Ratanakiri und Mondulkiri
Richtig ländlich wird Kambodscha aber erst außerhalb der Haupttouristenorte. Im extrem dünn besiedelten Nordosten des Landes, in den Bergprovinzen Ratanakiri und Mondulkiri, kommen Naturliebhaber und Abenteurer so richtig auf Ihre Kosten. Der „Wilder Osten“ wie er auch treffend bezeichnet wird, stellt die besten Voraussetzungen dar, um sich in absehbarer Zeit als bedeutendes Ökotourismusgebiet etablieren zu können. Diese Bergregionen unterscheiden sich nicht nur aus klimatischer Sicht (auf Grund der Höhe deutlich kühler) vom restlichen Kambodscha, sondern es bildet auch dank seiner Bevölkerungsstruktur einen echten Kontrastpunkt. Es ist traditionell die Heimat der Jarai, Tompoun, Kreung und Pnong, verschiedener Bergstämme, die sich voneinander durch Brauchtum, Kleidung und sogar Sprache unterscheiden. Sie leben in weit über die hügelige Landschaft verteilten Dörfern und besuchen als Händler von traditionellem Handwerk regelmäßig die Märkte der regionalen Zentren in Banlung und Sen Monorom, wo man sie leicht an ihrer bunten Kleidung erkennen kann. Ein weiterer Anziehungspunkt der Region ist die spektakuläre Flora und Fauna. Der Virachay-Nationalpark an der Grenze zu Laos, ist nicht nur das größte, sondern auch eines der faszinierendsten Naturschutzgebiete Kambodschas. Auf organisierten Trekkingtouren – von zwei Tagen bis hin zu einer Woche – führen ortskundige Ranger zu imposanten Wasserfällen, erläutern die Lebensräume seltener Tiere (Elefanten, Leoparden, Tiger und sogar Rhinozerosse sollen hier beheimatet sein) und geben Auskunft über die tropische Pflanzenwelt.
Für internationale Schlagzeilen sorgte Ratanakiri, als im Januar 2007 das sogenannte “Dschungelkind” im äußersten Osten der Provinz auftauchte. Völlig unbekleidet und nicht in der Lage zu sprechen, verlies damals eine junge Frau den dichten Dschungel und erschien im Grenzdorf O Yadaw. Schon bald wurde öffentlich, dass es sich bei der Frau um die Tochter eines örtlichen Polizeibeamten handelt, die im Alter von 8 oder 9 Jahren (im Jahre 1988) während des Hütens der Rinderherde spurlos verschwand. Doch was hatte die junge Frau all die Jahre erlebt, wo hatte sie gewohnt, was gegessen und vor allem wie konnte sie in dieser gefährlichen Welt überleben? All diese Fragen versuchen in- und ausländische Experten seit geraumer Zeit zu klären. Doch ohne die Antworten des Dschungelkinds werden sie wohl auf immer ein Geheimnis bleiben. Heute lebt die junge Frau wieder bei ihrer Familie und führt ein beinahe normales Dorfleben.
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Kratie
Das kleine Mekong-Städtchen Kratie ist über die Landesgrenzen hinweg als einer der letzten Lebensräume der seltenen Mekong- oder Irrawaddy-Flussdelfine bekannt. Diese bis zu 3 m langen Säugetiere werden außerhalb Kambodschas nur noch in einigen schwer zugänglichen Gebieten Bangladeschs und Myanmars vermutet. Waren es vor dem Bürgerkrieg etwa 1.000 Exemplare, so wird die Zahl heute auf nur noch wenige Dutzend geschätzt. Der dramatische Rückgang ist nicht zuletzt auch auf die Zeit der Khmer Rouge zurückzuführen, die die Tiere wegen ihres Fleisches und Fettes abschlachteten. Die beste Möglichkeit diese Flussbewohner zu beobachten bietet sich von einem Boot aus.
Anlong Veng
Das kleine verschlafene Städtchen Anlong Veng unweit der thailändischen Grenze, liegt am Fuße der mächtigen Dangrek Mountains. Bis in die späten 1990er Jahre war dieser Ort von der Außenwelt fast vollständig abgeschnitten. Umgeben von dichtem Dschungel und ohne nennenswerte Straßenverbindung eignete sich der Ort als ideales Rückzugsgebiet der letzten Khmer Rouge. Erst nachdem sich im Jahre 1997 selbst die engsten Vertrauten Pol Pots gegen ihn stellten und er im Folgejahr unter mysteriösen Umständen starb, war der Widerstand der Rebellen gebrochen. Nur kurze Zeit später setzte die Regierung ein klares Zeichen und begann mit dem Bau einer Straße nach Siem Reap.
Resultierend aus der geschilderten Vergangenheit Anlong Vengs sind die Hauptattraktionen zwangsläufig mit der Khmer Rouge verbunden. Neben der Grabstätte Pol Pots ist auch die ehemaligen Residenz Ta Moks zu besichtigen. Von einem idyllisch gelegenen Plateau in den Dangrek Mountains ergibt sich ein grandioser Ausblick auf die weite Ebene des darunter liegenden Landes. Mutige können auf den hervorstehenden Felsklippen für unvergessliche Fotoaufnahmen posieren. Absoluter Tipp!
Bergtempel Prasat Preah Vihear
Seit Mitte 2008 steht der Bergtempel Prasat Preah Vihear als zweites Monument des Landes auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. Dieses im 9. Jahrhundert begonnene und ganze 300 Jahre später fertiggestellte Angkor-Bauwerk erstreckt sich auf einem Berg gut 500 m oberhalb des umliegenden Landes, direkt an der Grenze zu Thailand. Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es auf kambodschanischem Boden keine befestigte Straßenverbindung zu diesem Tempel, weshalb sich ein Besuch extrem zeitraubend und beschwerlich darstellt und überhaupt nur in der Trockenzeit von November bis April möglich ist. Kurz nach der Aufnahme des Tempels durch die UNESCO wurde mit dem Ausbau der Straßenverhältnisse begonnen.
